Ziele, Inhalte, Methoden, FachModule

in der Fachrichtung Kunst- & Gestaltungstherapie

Die Inhalte dieser Fachrichtung werden in speziellen FachModulen vermittelt. Beschreibungen zu allen FachModulen finden Sie auf diesen Internetseiten unter der Rubrik KURSANGEBOT (Klick führt direkt zu den FachModulen Kunst & Gestaltungstherapie).

Kunst- und Gestaltungstherapie ist ein pädagogisch-therapeutischer Lehr- und Lernprozess mit bildnerischen Mitteln, der personen- und themenzentriert arbeitet. Grundlage ist eine tiefenpsychologische und systemorientierte Theorie, die zu Ein­sicht in entwicklungspsychologische Hintergründe von Belastungen führt und den Teilnehmer befähigt, diese Belastungen zu bearbeiten und sich ganzheitlich in sei­ner Persönlichkeit zu entwickeln und zu reifen.

Diese Methode benutzt das Medium Bild im gestalterischen, spielerischen, musi­schen Tun und löst sich damit vom Hauptkommunikationsmittel Sprache. So kann Unbewusstes, die seelische Landschaft des Menschen, sichtbar gemacht werden. Jetzt kann sie für Klient und Berater verstehbar und damit auf eine ganz neue Art und Weise bearbeitbar werden.

Das Bild ist diagnostisches Medium im Counseling-Prozess. Es zeigt Aspekte des psychischen Befindens, die vom Klienten noch nicht benannt werden können oder wollen, es zeigt Konflikte und Problembereiche auf und macht Beziehungsmuster deutlich. Das Bild ist zugleich therapeutisches Material. Zu den Zielen der KGT im klinischen und pädagogischen Bereich gehört auch, Erleichterung im momentanen Konflikt zu erfahren und Klarheit zu bekommen, Lösungen zu finden und Verände­rungsprozesse zu probieren.

Dabei nutzen wir den kreativen Prozess. Der Gestaltungsprozess steht gegenüber dem Gestaltungsergebnis im Vordergrund, und dieser Prozess selber hat therapeu­tischen Charakter, bewirkt er doch, dass aus unbewussten Ebenen Wissen aufstei­gen kann, das sich der Vernunft (und der Kontrolle) entzieht und in den Gestal­tungsprozess einfließt.

KGT wird in Deutschland seit den 1980er Jahren, am IHP seit 1974 praktiziert und gelehrt. Das Nutzen bildnerischer, gestalterischer, musischer und darstellender Mittel, sowohl aktiv, wie rezeptiv, geschieht auf der Grundlage des Methodenspek­trums der Humanistischen Psychologie, um in pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern die Entwicklung des Menschen zu fördern.

Aus dem tiefenpsychologische Ansatz von C.G. JUNG und Elisabeth TOMALIN in Ver­bindung mit der Themenzentriert Interaktionellen Methode (TZI) von Ruth C. COHN entstand die »Arttherapy«, die Elisabeth TOMALIN als Mitinitiatorin dieses Weiterbil­dungskonzeptes von England nach Deutschland brachte. Seit etwa 2000 spielt die systemische Kunst- und Gestaltungstherapie nach Gisela SCHMEER eine entschei­dende Rolle in dieser Fachrichtung zur Struktur- und Persönlichkeitsentwicklung.

Über die Behandlung von Konfliktthemen hinaus hat die Kunst- und Gestaltungsthe­rapie zum Ziel, das schöpferische Potenzial des Menschen neu zu wecken und für die aktuelle Lebensgestaltung freizusetzen.

Die Methoden der Kunst- und Gestaltungstherapie konzentrieren sich auf folgenden Schritte:

  • Innenschau (Introspektion)
  • Außenschau (Rezeption)
  • Rückmeldung (Resonanz)
  • Nachdenken (Reflexion)
  • Ausdruck (Verbalisieren, Körpersprache & Handeln)

Methoden der Kunst- und Gestaltungstherapie sind immer mehr zu einer Grundlage unserer heutige Bildungs- und Beratungsmodelle geworden. Sie gehen weit über die frühere, rein medizinisch-therapeutisch angelegte Praxis hinaus. Durch Gisela Schmeers Praxisforschung sind sie systemtheoretisch begründet und strukturiert, stellen lösungs- und zielorientiertes Arbeiten in den Mittelpunkt pädagogisch-thera­peutischen oder supervisorischen Geschehens.

KGT macht neue Zugänge zu Konfliktphänomenen möglich.

Bilder oder anderer künstlerischer Ausdruck dienen nicht nur einer Diagnostik von konfliktbeladenen oder bedrohlichen Situationen und Beziehungsstrukturen, son­dern sie zeigen Ressourcen und Lösungsansätze auf, die sowohl sprachlich als auch gestalterisch bearbeitet werden können. Besonders hilfreich ist es für Klienten, dass Lösungswege im Bild oder anderen Ausdrucksformen probiert werden können, bevor sie in die reale Situation gebracht werden.

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