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Counselor-Ausbildung

Gründer-Sicht

Zum Gründungs-Hintergrund des IHP, von WESPE und John-Brinley-Akademie 

Klaus Lumma

Im Schuljahr 1968 – 1969 verbrachte ich im Auftrag des DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) ein Jahr als Assistant Teacher an zwei englischen Schulen nördlich von London – genau zwischen Oxford und Cambridge gelegen. Dort unterrichtete ich Philosophie, Deutsch und Musik, zum einen an der Dunstable Grammar School (siehe Website) und an der Kingsbury Secondary Modern mit Gesamtschul-Charakter. Dieser Aufenthalt in Good Old England brachte mich in Verbindung mit der Humanistischen Psychologie.

Bereits einige Jahre zuvor hatte ich mit Alexander Sutherland NEILL, dem Gründer und Leiter der Summerhill Free School, Verbindung aufgenommen und regen fachlichen Austausch gepflegt, weil mich das dortige pädagogische Konzept der Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung (personal growth) interessierte und faszinierte.

Die Dunstable Grammar School brachte mich erstmals im Leben mit meinen Grenzen in Berührung, denn auch als Assistant Teacher sollte ich den Gown (schwarzer Umhang wie der eines Richters) tragen und auch den „Riemen“ pädagogisch einsetzen, falls jemand seine Hausaufgaben nicht machte, in der Schule störte oder ähnliches. Ich wollte das nicht und suchte nach einem Weg, dieser „Einladung“ nicht folgen zu müssen. Meine Recherche brachte mich mit einem Lehrer-Verhaltens-Training der University of London in Verbindung, und ich lernte dort erstmals die Möglichkeiten des gestalt-therapeutischen Rollenspiels (hot & empty seat) kennen. Ich war fasziniert, denn es funktionierte tatsächlich. Was ich dort im Rollenspiel übte, indem ich in einer der Sitzungen alle beteiligten Rollen einnahm und aus allen Rollen heraus Bedürfnisse äußern, Feedback geben und Ideen verwirklichen durfte. Ich spielte also erst mal jenen Direktor, der mich inzwischen auch tatsächlich wegen eben eines solchen „Vergehens“ zu sich zitiert hatte. Ich spielte mich selbst, ich spielte Schüler und Lehrer, die ich auf meiner Seite erlebt hatte, und ich spielte meinen Mentor John WALKER. Kurz und gut, die Sammlung der verschiedenen Rollenspiele durch Identifikation mit unterschiedlichen Personen aus dem Schulkontext brachte ganz Konkretes zum Vorschein. Ich solle mich für die  nächste Sprechstunde des Direktors anmelden und ihm folgende Bitte vortragen: Da ich als Gast aus einem Land komme, das andere pädagogische Gepflogenheiten praktiziere als das Englische Grammar School System, möge er mir doch erlauben, für alle anderen in der Dunstable Grammar School auch als Gast-Lehrer erkennbar zu sein, indem ich keinen Gown tragen müsse und auch vom Bestrafungs-System suspendiert würde. 

Es funktionierte direkt, und mein Interesse am Lernen davon, wie man Rollenspiele solcher Art anleiten kann, war geboren. Ich realisierte erst später, dass der Trainer Isha BLOOMBERG, einer der frühen Schüler von Fritz Perls war. (Bloomberg wanderte 1981 nach Italien aus und gründetet in Vignalino/Siena den Gestalt Traning Service, den es heute noch in Form der Scuole Gestalt di Torino gibt: http://web.tiscali.it/homeibtg/SGT.htm)

1969 nach meiner Rückkehr aus England suchte ich also nach Möglichkeiten, Solches zu lernen, was mir erfolgreich aus einem Dilemma heraus geholfen hatte. Ich begann in Aachen beim Alfred-Adler-Institut die Ausbildung zum IndivudialPsychologen (Prof. Dr. Lucy Ackerknecht und Prof. Dr. Hermann Heuser) und fuhr zusätzlich immer wieder nach London, weil nämlich dort mit Quaesitor (in Anlehnung an ESALEN von Big Sur, California) das erste europäische, ganzheitlich arbeitende Zentrum für Humanistische Psychologie eröffnet worden war, bei dem ich erhoffte, das Gewünschte erlernen zu können. Es gab zu dieser Zeit keinerlei strukturierte Ausbildung wie heute die Counselor Ausbildung beim IHP oder die Master Studiengänge an den Universitäten; es gab allein einzelne Trainer, die ihre therapeutischen Spezialitäten in Form von Workshops anboten, zunächst allein bei Quaesitor, dann auch im Community Growth Centre und auf Konferenzen der Association for Humanistic Psychology of Britain (AHPB), der ich natürlich auch als Mitglied beitrat. (Siehe: http://ahpb.org)

1976 wurde aus Quaesitor das Institute for the Development of Human Potential (IDHP), und nur wenig später gab es auch das erste europäische Diploma in Humanistic Psychology an eben diesem IDHP in London. (Siehe dazu auch Website

1971 kontaktierten Dagmar und ich den Vegetotherapeuten und Architekten Paul RITTER, auf dessen Literatur und Aktivitäten wir durch Alexander NEILL aufmerksam gemacht wurden (Paul Ritter: Freie Kindererziehung in der Familie / Educreation / PEER Institute Perth, W.A.), und wir verabredeten unsere Kooperation in Form von Vortragsreisen zur Vegetotherapie (Form der Körper-Arbeit nach Wilhelm Reich) und zur Educreation – Education for Creation, Growth and Change (Erziehung zu Kreativität, Wachstum & Veränderung) in Zusammenarbeit mit unserem Freund Manfred FRINGS und Pater BERGMANN, SJ vom Kolping Bildungswerk Aachen.

Nachdem ich außerdem Fred MASSARIK aus Los Angeles (geboren in Wien – emigriert nach USA – Assistent von Charlotte Bühler – Inhaber der weltweit ersten Professur für Organisations-Entwicklung an der UCLA) kennenlernte, reifte allmählich die Idee zur Gründung eines Instituts für Humanistische Psychologie (IHP) und zu einem deutschen Ableger der AHPBritain, nämlich der Deutschen Gesellschaft für Humanistische Psychologie DGHP. 

1972 gründeten wir (Dagmar Lumma, Klaus Lumma und Manfred Frings) dazu am 28. September den „Arbeitskreis Educreation – Kindgerechte Erziehung“ als erste Institution unseres IHPs. Spezialität dieser Kooperation mit dem Kolping Bildunswerk wurden neben Vortragsreisen außerdem in den Schulferien veranstaltete Familienpädagogische Werkwochen inklusive psychologischer Beratung, ebenfalls nach dem Modell der Educreation (Erziehung zu Kreativität, Wachstum und Veränderung). Alle unsere Veranstaltungen hatten die Entwicklung von Selbst-Verantwortlichkeit und die Entdeckung von Selbst-Wirksamkeit bei Kindern, Jugendlichen und Eltern zum Ziel. Unsere erste Veranstaltungsreihe bot von März bis Mai 1973 folgende Themen an:

  • Educreation – Kindgerechte Erziehung
  • Geschichte der Kindgerechten Erziehung
  • Die Jugend in der heutigen Gesellschaft
  • Kindgerechte Erziehung in der Praxis (Supervisions-Seminar für Eltern)
  • Probleme des Erwachsenwerdens
  • Bioenergetische Therapie – Fragen und Antworten (Bioenergetik, das ist die von Alexander LOWEN weiter entwickelte Form der REICHianischen Vegetotherapie) 

Zweite Installation wurde das im umgebauten Erdgeschoss des Wohnhauses meiner Eltern Robert & Hedwig LUMMA angesiedelte „Gemeinschaftszentrum Educreation e.V.“ – Zentrum für Educreation und Bioenerketik (Eschweiler Röhe, Goerdtstraße 7).

1974 eröffnete der gemeinnützige Verein „Gemeinschaftzentrum Educreation e.V. am 27. Februar einen Kinderladen, also einen Kindergarten in freier Trägerschaft nach dem Konzept von Alexander Sutherland NEILL, Paul & Jean RITTER. Die pädagogische Leitung des Kinderladens hatte Dagmar LUMMA inne, und sie bezog in hohem Maße die Eltern in die tägliche Erziehungsarbeit mit ein.

Die in diesem Kontext gemachten Erfahrungen ließen Dagmar und mich verstärkt zu der Erkenntnis gelangen, dass es sinnvoll ist, bei den Erwachsenen selbst anzusetzen, wenn eine partnerschaftlich wertschätzende Grundhaltung an Boden gewinnen soll. Wir gründeten deshalb noch im selben Jahr „die WESPE“, den Workshop für Educreation und angewandte SozialPsychologiE.  Der Name wurde gewählt in Anlehnung an das von Wolf BÜNTIG und Gisela BIELITZER gegründete Z.I.S.T. Zentrum für Individual- & Sozial-Therapie, an dem ich in Deutschlands Pionierzeit der Humanistischen Psychologie ebenfalls als Trainer mitgewirkt habe. In dieser Phase waren Jürgen „Stief“ BEHNKE, Regina DÖHRING, Uli STAETS, Waltraud und Dieter SCHAFFRATH am Prozess des Aufbaus beteiligt.

Als im Kinderladen die „politische“ gegenüber der pädagogischen Fraktion Überhand zu nehmen begann und einige der Kinder nicht mehr hingehen wollten (unter anderem unser ältester Sohn Thorsten), beendeten wir das Bereitstellen unserer Räume. Der Verein „Gemeinschaftszentrum Educreation e.V.“ wurde aufgelöst, und die beiden anderen Einrichtungen verstanden sich jetzt als Arbeitsgruppen zur Organisation und Durchführung von Veranstaltungen der Erwachsenenbildung, WESPE mehr mit therapeutisch-supervisorischem und der „Arbeitskreis Educreation“ mehr mit erzieherischem Hintergrund. (Klaus Lumma: Kindgerechte Erziehung, Tagungsergebniss und Seminarunterlagen, Aachen *Kolping Bildungswerk* 1973/74)

Alexander NEILL (Summerhill Free School),  Vivian MILROY (AHP Britain), Fred MASSARIK (AHP International), Paul & Jean RITTER (P.E.E.R Institute) waren mehrere Jahre entscheidende Triebfedern für den weiteren Aufbau und die Konsolidierung der verschiedenen Aktivitäten unseres Institutes, konzeptionell ebenso wie strukturell. So nahm ich über die ersten Jahre einmal monatlich Fred Massarik’s Angebot der TelefonSupervision wahr. (1. Montag im Monat 7 AM Los Angeles Zeit – 16 Uhr Berlin Zeit)

Unter dem Namen WESPE boten wir zunächst erwachsenenbildnerische Supervision (vor allem für andere Kinderläden) und Erziehungberatung an. Fast alle Maßnahmen fanden von der Goerdtstraße 7 aus statt, und im Dachgeschoss war das Büro untergebracht, zeitweise auch im Wohnhaus von Waltraud und Dieter SCHAFFRATH. Später wurden die Familien Annegret & Gerhard KERN, Doris & Hermann MOOG sowie Doris NIEPALLA & Detlef BRAUN in die Entwicklung einbezogen, die angelsächsische Idee der Struktur- & PersönlichkeitsEntwicklung (personal & structural growth) aus England und Amerika noch stärker als bisher auch in Deutschland auf den Weg zu bringen und in die staatlich anerkannte Weiterbildungslandschaft zu integrieren.

Dazu belegte ich in der Zeit zwischen 1969 und 1975 in London alles, was mir interessant erschien, vor allem Bioenergetik (David Boadella), Gestalt Therapie (Osho Trainer, die später nach Poona umsiedelten) und TransaktionsAnalyse (Dr. Alan Byron). 

Als Mitglied der Association of Humanistic Psychology in Britain (http://ahpb.org) nahm ich natürlich auch an deren Konferenzen teil und lernte in London auch Gabor vonVARGA kennen (damals Psychosynthese Counselor). 

1975 bis 1977 war ich engagierter Teilnehmer von John BRINLEYs zweiter Ausbildungsgruppe in Gestalt-Therapie, die in Deutschland über ISKO (Klaus Vopel) angeboten wurde.  John BRINLEY, nach New York geflohener Schlesier jüdischer Herkunft und Mitbegründer des sogenannten Lebendigen Lernens (New Yorker W.I.L.L. Workshop Institute for Living Learning mit Ruth C. COHN und Norman Liberman), war selbst auch Absolvent einer individualpsychologischen Ausbildung am New Yorker Ackerman Institute for the Family. (www.ackerman.org)  

John BRINLEY war für uns neben anderen (bereits genannten) Vertretern der ersten Generation einer Humanistischen Psychologie entscheidender Motivator dafür, in Nordrhein-Westfalen eine neue Form der Weiterbildung zu installieren, die dazu beiträgt, Schrecken der Nazizeit wiedergutmachen zu helfen, dem Destruktiven im Menschen so entgegen zu wirken, dass Derartiges nicht wieder passiert,  und das internationale Konzept der Begleitung von Lernprozessen zur Struktur- & Persönlichkeitsentwicklung  (personal & struktural growth)  auch hier zu installieren. Man kann heute sagen, dass die gesamte Arbeit des IHP als Träger der Counselor Ausbildung auf jüdisch-christlichem Fundament steht. So werden seit eh und je allein solche DozentInnen eingeladen, die „lebendiges“ Lernen für alle Interessenten an Humanistischer Psychologie möglich machen. Siehe dazu auch meinen Beitrag zum Thema „99 Jahre Counseling“ auf der WebSite des IHP. www.ihp.de und im Counseling Journal. (www.bvppt.de

Über John  BRINLEY lernte ich auch einige jener KollegInnen kennen, die über längere Zeit im IHP als LehrTrainer tätig wurden, so den Schweizer Psychologen Paul WANNER, den Sozialarbeiter Urs WEIBL, die Ehe- & Familienberaterin Edith LADE und Pfarrer Gerd ROWOLD, mit dem ich lange Jahre auf dem Koppelsberg bei Plön (Dreijährige Gestalt Ausbildung) und in der Hamburger Gruppe (Organisations-Entwicklung für Unternehmen) zusammen gearbeitet habe. Als der Aufbau einer Graduierten-Schule und die Gründung eines Berufsverbandes ins Haus stand, wurden Paul WANNER, Fred MASSARIK und Wolfgang RÖTTSCHES unsere entscheidenden Co-Initiatoren.

1976 bot WESPE in Kooperation mit meinem damaligen Arbeitgeber, dem Bistum Aachen (August-Piper-Haus), die erste dreijährige Weiterbildung in jener Form an, die ich selbst zu dieser Zeit noch bei John BRINLEY absolvierte: 6 fünftägige Intensiv-Workshops, verteilt über 3 Jahre in Verbindung mit der Ausbildung an einer der traditionellen Schulen (Psychoanalyse, Individualpsychologie, Analytische Psychologie oder Verhaltens-Therapie). Die Workshops fanden zunächst in der Eifel (Hotel in Hasenfeld) statt und zogen später ins Brunnenhaus (heutige John-Brinley-Akademie) um, als Annegret und Gerhard KERN  die Möglichkeiten dazu gesichert hatten. Als Trainer außer mir (Gestalt) waren bei den ersten beiden Ausbildungsgruppen Dr. Alan BYRON (Transaktionsanalyse) und Gabor vonVARGA mit an Bord.

Bedingt durch die Erfahrungen der Kooperation zwischen WESPE und Bistum Aachen legten wir in dieser Zeit großen Wert darauf, die weitere Entwicklung des Institutes in den Kontext des nordrhein-westfälischen Weiterbildungsgesetzes zu stellen. Bei diesem Hürdenlauf wurde Hermann MOOG aus seiner Erfahrung als Justitiar des Bistums Hauptbegleiter der weiteren Entwicklungen. Während die inhaltliche Konzeption bereits Früchte getragen hatte, fehlte es zu diesem Zeitpunkt bezüglich des Weiterbildungsgesetzes an einer geeigneten Rechtsform.

1978 wurde am 28. Februar ein Trägerverein gegründet. Der Verein erhielt natürlich den Namen IHP Institut für Humanistische Psychologie e.V. und wurde beim Amtsgericht Aachen als gemeinnützigen Zwecken dienend eingetragen. (Gründungsvorstand = Klaus Lumma & Gerhard Kern) 

Neben der in Kooperation mit dem Bistum ab 1976 angebotenen gestalttherapeutischen Zusatz-Ausbildung für Absolventen anderer therapeutischer Ausbildungen hatten wir kurze Zeit später außerdem damit begonnen, in umfassenderer Form ausschließlich über WESPE und in den Räumen des ehemaligen Kinderladens (Goerdtstraße 7), Gestalt-Therapie-Weiterbildung als berufsbegleitende Zusatz-Ausbildung für alle Berufsgruppen anzubieten, so auch in Nord-Deutschland in Kooperation mit dem Nordelbischen Jugendamt und Pfr. Gerd ROWOLD und in Frankfurt mit der Alternativ-pädagogischen und handwerklichen Initiative von Gerhard JENSEN in der Petterweilstraße. Diese Angebote fanden sofort breiten Zuspruch, zumal sie eine der ersten klar strukturierten Ausbildungsformen im Bereich der Humanistischen Psychologie in Deutschland repräsentierten. 

Für den Antrag auf Anerkennung des Trägervereins IHP e.V. als „Heimvolkshochschule“ im Sinne des nordrhein-westfälischen Weiterbildungsgesetzes wurde es notwendig, eine eigen geführte Bildungsstätte mit Internatsbetrieb, das heißt mit Unterkunft und Verpflegung, nachzuweisen. Wir mieteten aus diesem Grunde die Röher Villa an und kauften später außerdem noch  das Brunnenhaus im Bergischen Land, die heutige John-Brinley-Akademie.

Als der Umzug aus der Goerdtstraße in die Röher Villa anstand, wurde die Weiterbildung nach wie vor unter dem Namen WESPE angeboten, allerdings jetzt mit dem Zusatz „Zentrum für Begegnung und Lebendiges Lernen“.Außerdem firmierten wir nach der Vereinsgründung auch offiziell unter dem Namen IHP – Institut für Humanistische Psychologie e.V..

Das IHP wurde, nachdem ein Regierungsvertreter (Regierungsdirektor BISCHOF) neben dem Prüfen der Formalitäten auch selbst an einem meiner Seminare in der Röher Villa teilgenommen und ich unserm damaligen Regierungspräsidenten Herrn ANTWERPES (mit Tocher Melanie auf dem Arm) die Gesamtkonzeption erläutert hatte, am 28. Juni 1978 von der Landesregierung mit der „Röher Villa“ staatlich anerkannt. Die Kurse wurden in dieser Zeit allerdings vorerst noch unter dem Namen WESPE ausgeschrieben.

Bedingt durch die Verbindung mit Annegret und Gerhard KERN gelang es dem IHP e.V., oben genanntes „Brunnenhaus“ im Bergischen Land zu kaufen und es als 2. Heimvolkshochschule des IHP seitens der Regierung anerkennen zu lassen. Da die Röher Villa lediglich gemietet war, konnte es jederzeit geschehen, dass der neue Eigentümer Eigenanspruch geltend machen würde.

1982 wurde dem IHP auch fürs Brunnenhaus die Anerkennung ausgesprochen. Heute (2012) sind beide Anerkennungen in die der John-Brinley-Akademie zusammen geführt, und die meisten Ausbildungsmaßnahmen des IHP finden in eben dieser John-Brinley-Akademie in Dabringhausen (Bergisches Land) statt.

Maßgebende Berater für Inhalt und Struktur einzelner Konzepte des Institutes wurden seit der Vereinsgründung vor allem Ruth C. COHN, Fanita ENGLISH und Jos vanDIJK. Gerhard KERN wurde Gründungsmitglied und Mitglied des Aufnahmeausschusses der DGSv – Deutsche Gesellschaft Supervision e.V., Fred MASSARIK bestellte mich als Mitglied des International Development Comittee der amerikanischen Gesellschaft für Humanistische Psychologie AHP, Dagmar LUMMA wurde mit Wolfgang RÖTTSCHES Vorstandsmitglied des BVPPT – Berufsverband für Beratung, Pädagogik und Psychotherapie e.V. (German Association for Counseling, Education and Psychotherapy)

1986 erfuhr das IHP weitere inhaltliche Tiefung und wissenschaftliche Akzeptanz durch meine Doktorarbeit an der pädagogischen Fakultät der RWTH Aachen „Zur Begründung konfliktorientierter Erwachsenenbildung“. Betreuer und Gutachter der Dissertation waren die Professoren Dr. Franz PÖGGELER (Vater der deutschen Erwachsenenbildung und des Jugendherbergswesens nach 1945) und Dr. Gerhard GLÜCK. Diese Abhandlung wurde in überarbeiteter Form 1988 mit dem Titel „Neuorientierung. Grundlagen der Pädagogischen Psychotherapie“ und 1999 in wiederum ergänzter und aktualisierter Form über zwei Bände der Halbjahrbücher zur Humanistischen Psychologie veröffentlicht. (Counseling. Theorie & Praxis 1/99 und OrientierungsAnalyse 2/1999)

1988 startete die Zusammenarbeit des IHP mit dem Museo Epper von Ascona. 1986 hatten Dagmar und ich das Museo Epper mehr durch einen Zufall im Rahmen der Festa New Orleans Music kennen gelernt, bei dem ich als Trompeter der Sun Lane LTD Jazzband mitwirkte. Die Kuratorin des Museums Diana MIROLO und der Kunsthistoriker Hans-Jakob DIGGELMANN waren sofort von unserer Idee angetan, die neu entwickelte Methode der OrientierungsAnalyse in Beziehung zu den Holzschnitten des schweizer Expressionisten zu setzen und daraus ein Seminar-Modell zu entwickeln. Wir kreierten den Namen Asco Mentatlità für unsere didaktische Leitlinie dieses Modells:

Konzentration * Entspannung * Unternehmung

???1994 stand seitens der Metz Wohnungsbaugesellschaft  ein Verkauf verschiedener Immobilien an, unter anderem der Röher Villa. Wir mussten also die Fühler nach einem weiteren Haus ausstrecken. Als in Eschweiler kein passendes Anwesen als Ersatz für die Röher Villa gefunden werden konnte, vermittelte Maria SCHMELZER, ehemalige Teilnehmerin und Leiterin des Immerather Lebenshauses, die Verbindung zur Ordensgemeinschaft des Nazareth Klosters, und bald schon wurde dieses Kloster eine bedeutende Zwischenstation für die Bildungsarbeit des IHP. Das Kloster stand in einem Ort, von dem wir wussten, dass er irgendwann den Baggern des Rheinbraun Kohle-Abbaus zum Opfer fallen würde.  Es stand nämlich auf dem Gelände von „Garzweiler II“.

1995 entschlossen wir uns also zum Kooperationsvertrag mit den Schwestern, obwohl allen klar war, dass der Tagebau „Garzweiler II“ immer näher heranrückte und mit Sicherheit einen weiteren Umzug ins Haus bringen würde. Als Logo der neuen Akademie des IHP in Immerath (der Name Röher Villa war ja nunmehr nicht mehr passend und wurde geändert in John-Brinley-Akademie) fungierte deshalb ein stilisiertes Bagger-Schaufelrad. 

Während bei Rheinbraun nach Kohle gebuddelt wird, „buddeln“ die Lernenden in der John-Brinley-Akademie nach ihren persönlichen, kreativen Fähigkeiten für ihre Berufs- & Lebensgestaltung. Immerath stand in der Geschichte des IHP symbolisch für die Inhalte einer neuen Weiterbildung, wie sie bis auf den heutigen Tag mit großer Unterstützung der Landesregierung stattfindet. So wurde das Nazareth Kloster zu einem Geschenk des Himmels, wodurch die IHP Weiterbildung reibungslos fortgeführt werden konnte. 

1998 fand in der Schweiz auf dem Monte Verità von Ascona parallel zur Festa New Orleans Jazz der 1. Kongress für OrientierungsAnalyse statt und zwar mit ausdrücklichem Bezug zu der zehnjährigen Kooperation des IHP mit dem Museo Epper seit 1988. Die Gestaltung der Kongress-Vorträge wurde von unseren Kollegen Dieter RAABE (Bioenergetik), Konrad HEILAND (Musiktherapie) in Kooperation mit Dagmar, René HARSCH (Museo), Diana MIROLO (Museo) und mir vorgenommen. Kongress begleitend fand in den Räumen des Monte Verità Hotels eine Ausstellung von jenen Bildern Ignaz & Mischa EPPERs statt, mit denen wir bis dahin im Kontext der Asco Mentalità Seminare gearbeitet hatten. Und immer wieder war Prof. Dr. Boris LUBAN-PLOZA (Balint Gesellschaft) unser ganz spezieller Gast,

2000 diente dem IHP als Krisenjahr und Start für Erneuerung auf sehr breitem und fruchtbarem Boden. Bedingt durch ihre gute Intuition und die Fähigkeit des Aufspürens effektiver Konzepte zur Struktur- & Persönlichkeitsentwicklung gelang Dagmar LUMMA der äußerst wirkungsvolle Schritt einer Integration des transaktionsanalytischen Konzeptes der Cycles of Power (TA Entwicklungs-Psychologie nach Pamela LEVIN) in die gesamte Ausbildungsstruktur der Counselor Ausbildung des IHP. Bis auf den heutigen Tag ist diese Integration ausdrückliches und sehr wirkungsvolles Alleinstellungsmerkmal des IHP. 

Zwei mal neunzehn Jahre Entwicklung seit 1972 hatten offenbar so viel Kraft zur Wiederaufbereitung (recycling) ermöglicht, dass wir uns außerdem als erstes deutsches Institut dazu entscheiden konnten, im Jahr der Verabscheidung des Psychotherapie-Gesetzes zur besseren Unterscheidung den internationalen Counselor Begriff in den Vordergrund zu stellen. Erfeulicherweise wurde dies auch im BVPPT (Berufsverband für Beratung, Pädagogik & Psychotherapie) willkommen geheißen und auf unsere Initiative hin umgesetzt

2002 In diesem Jahr startet das IHP im Feld der Kunst- & GestaltungsTherapie die wunderbare Kooperation mit der Akademe Faber-Castell unter der Leitung meines Freundes Siegfried HOCHSTEIN.

2006 Seit 2006 bin ich im Auftrag des IHP und des St.Augustine & Arabi-Wrecking-Krewe International e.V. in New Orleans vor Ort und in Kooperation mit Father Jerome LeDOUX (St. Augustine Church Tremé), Sheik RICHARDSON (Arabi Wrecking Krewe), Patrice FISHER (Musicians for Music), Carlos VALLADARES (EcosLatinos), Edwin GONZALES (Garifuna), Dr. Edwin FRIEBERG (Tulane University Medical Center) und Bethany BULTMAN (Musicians Clinic) mit der Anwendung von Post-Trauma-Counseling nach Hurricane Katrina (29.08.2012) beschäftigt.

2008 realisiert Detlef BRAUN die QualifizierungsNotwendigkeit seitens der Regierung NRW. Die John-Brinley-Akademie wird nach ausführlichem Prüfungsverfahren erstmal gemäß der Merkmale eines zeitgerechten Qualitätsmanagements durch den Gütesiegel-Verbund-Weiterbildung zertifiziert. In diesem Kontext sind insbesondere auch die Bemühungen der Qualitätsbeauftragten Melanie DUISBERG hervor zu heben.

2010 wird auf Initiative Dagmars hin die Kooperation mit der DGSv, (Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V.) neu belebt. Der Antrag auf Anerkennung eines Counselor Ausbildungskonzeptes (in der Fachrichtung Supervision & Coaching) auf entwicklungspsychologischer Grundlage erforderte hohe professionelle Geschicklichkeit. Wer wie ich die einzelnen strukturellen Schritte institutsintern mit erleben konnte, der weiß diese Neuentwicklung ganz besonders zu schätzen. 

2012 wird seitens der DGSv die Mühe gelohnt: Das IHP hat dank der Ausdauer und Sorgfalt Dagmars die vor einigen Jahren verloren gegangene DGSv-Anerkennung der Supervisoren-Ausbildung wieder erlangt.

Weiterer Dank

In den vierzig Jahren seit 1972 haben wir im IHP zahlreiche Kolleginnen und Kollegen kennen und schätzen gelernt. Allen, die sich gegenseitig und ihre Loyalität zum Institut unterstützt haben und dies auch heute noch tun, gilt unsere hohe Anerkennung. Insbesondere danke ich natürlich meiner Frau Dagmar für ihren unermüdlichen Einsatz bei IHP, WESPE und John-Brinley-Akademie, des weiteren unseren Kindern Thorsten Julius, Melanie Christiane (Duisberg), Nils Friedemann, John Frederick, Roman Ben, deren PartnerInnen und Kindern für immerwährende Entwicklung fördernde Herausforderungen und wunderbare Momente, ebenso Annegret & Gerhard KERN, Doris NIEPALLA und Detlef BRAUN. Aus dem IHP Lehrkörper erlaube ich mir, besonders Dank auszudrücken für wunderbare fachlich-persönliche Kooperationen mit Brigitte MICHELS, Alexandra vonMIQUEL, Rosina PIELARSKI-POTTING, Maria AMON, Astrid BREHMER-KREIS und Wolfgang RÖTTSCHES. 

Aus dem IHP Büro danke ich von Herzen unserem Pilger- & Buchhaltungsspezialisten Heinz ARNS, Fred LUMMA für die Mitarbeit im Bücherdienst, Melanie DUISBERG für die Gestaltung des QualitätsManagements, und außerdem erfreue ich mich an dem guten Geist, der durch Sandra SCHÜLLER seit Anfang 2012 ins Institut hinein weht.

Siehe auch www.ihp.de und www.würdigung-wertschätzung-weiter.de

In Memoriam 

Unsere Förderer & Richtung weisenden KollegInnen::

Alexander Sutherland NEILL, Leiston GB, Gründer & Leiter Summerhill Free School, erster Schirmherr für IHP Aktivitäten.

Bernd KNÜDELER, Freund und Gestalt Lehr-Trainer des IHP.

Boris LUBAN-PLOZA, Prof. Dr., Vorsitzender der Balint Gesellschaft Ascona und Mitwirker bei manchen unserer Asco Mentalità Projekte.

Elisabeth TOMALIN, London GB, W.I.L.L. Europa LehrTrainerin (Workshop Institute for Living Learning), Begründerin der Kunst- & Gestaltungs-Therapie im IHP, (2. Wohnsitz im Robert-Lumma-Haus, Eschweiler).

Fred MASSARIK, Ph.D., Professor UCLA (University of California Los Angeles) & AHP International Development Committee, USA, persönlicher Supervisor von Klaus.

Hans Jakob DIGGELMANN, Kunsthistoriker und Mitarbeiter beim Asco Mentalità Seminar, Museo Epper Ascona CH

Heik PORTELE, Dr. phil., Professor Uni Hamburg, Mitarbeiter bei IHP Norddeutschland

John BRINLEY, M.S.W., Mitbegründer von W.I.L.L. New York, Klaus Lumma’s Gestalt Therapie Ausbilder, Geldgeber der John-Brinley-Stiftung im IHP.

John vanLIER, NL, Mitbegründer der niederländischen Kommuniations-Therapie

Jos vanDIJK, NL, Erster Familien-Therapie Ausbilder des IHP

Karin BENDER, Bremen, Gestalt-Lehrtrainerin des IHP

Katya DELAKOVA, New York, Choreografin, Initiatorin und Leiterin „Bewegung & Klänge“ Projekt des IHP

Lionel BATISTE (Uncle Lionel),USA, Genießer & Förderer des IHP Post-Trauma-Counseling in New Orleans.

Louis LOWY, Deutsch-amerikanischer Sozialarbeiter, der Klaus bereits vor den IHP Tagen im August-Piper-Haus die amerikanische Supervisions-Konzeption nahe brachte

Lucy ACKERKNECHT, Ph.D., Professorin UCB (University of California Berkeley), Gründerin von W.I.R.T.H. (Workshop Institute for Research & Training in Humanics) USA, Klaus’ Lehr-Analytikerin für die individualpsychologische Ausbildung in „Marriage, Family & Child Counseling“ MFCC.

Moshe BUDMOR, New York, Komponist und Co-Leiter des IHP Projektes “Bewegung & Klänge”.

Paul RITTER, P.E.E.R. Institute Perth, Australia (Planned Environment & Educreation Research); Erster externer IHP Mitarbeiter 1972.

Peter & Roly EITENEIER, Finanz-Sponsoren für den Ausbau des IHP Büros im Schubbendenweg 4.

Robert & Hedwig LUMMA, Begründer der Senioren Friedens Initiative des IHP für Tschernobyl.

Ruth C. COHN, New York und Goldern, USA/CH, Psychoanalytikerin, Dr. h.c. (Universität Hamburg), Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI) und des W.I.L.L. (Workshop Institute for Living Learning).

Tom FRAZIER, M.S.W., Stockton, Cal. USA, Lehr-Trainer ITAA (International Transactional Association San Francisco); IHP in USA, San Francisco/Lake Tahoe Programm “Die Wurzeln der Humanistischen Psychologie”.

An anderer Stelle der neuen Website Würdigung-Wertschätzung-Weiter.de werde ich von deren weiteren Verdiensten schreiben und von dem, was in den Jahren zwischen 1972 und 2012 außerdem gewürdigt werden will. Ich bin sicher, dass die Geschichte dieses einmaligen Institutes, das bereits  Ausgesprochene und auch das noch in Stille Verharrende, in den Herzen der MitarbeiterInnen, TeilnehmerInnen und Förderer gut angesiedelt ist.

Ich freue mich auf die nächsten Schritte. Die Zukunft hat bereits begonnen und wird mit jeder abgelaufenen Zeit schon Vergangenheit sein. 

Eschweiler, im August 2012

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